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Tour de France - Kolumne 2006 - TEIL 2 |
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7:43 Uhr_________________________________________________
Die Vorbereitungen beginnen bereits vor dem Aufstehen der Rennfahrer.
Noch vor Beginn einer Rundfahrt bekommt jeder seinen Aufgabenbereich
und die Betreuer sprechen sich untereinander ab. Eine Stunde vor dem
Frühstück für die Fahrer beginnt meistens der Arbeitstag unserer Physiotherapeuten.
Es werden die Flaschen für das Rennen abgefüllt und in eine große
Kühlbox mit Eis gegeben. Auf Etappen mit einer Länge von 220km und
über 30°C verbrauchen wir ca. 150 bis 170 Trinkflaschen. In der gleichen
Zeit deckt "Simone Rebellin" den Frühstückstisch mit allem, was wir
so brauchen. Meistens haben wir unser eigenes Müsli mit sowie Marmelade,
Obst, Nüsse, Vollkornbrot und einiges mehr. Die getragene Wäsche vom
Vortag ist nun gewaschen und wird in einem Wäschekorb in der Nähe
vom Frühstückstisch abgestellt. Hier hat jeder Rennfahrer sein eigenes
Wäschenetz mit Namen, so dass nichts durcheinander gerät, denn schließlich
sind unsere Trikots und der Rest bis aufs kleinste Detail völlig identisch. |
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9:27 Uhr_________________________________________________
Unsere Mechaniker beginnen mit der Montage der Räder fürs
Rennen und geben den Reifen den richtigen Luftdruck. Danach werden
die Räder auf dem Dachgarten montiert. Jeder Fahrer hat zwei Rennmaschinen.
Die Erste wird im Rennen selbst gefahren, das zweite Rad, das Ersatzrad,
befindet sich auf dem Materialwagen während des Rennens. So kann man
im Fall der Fälle bei einem großen Defekt die ganze Rennmaschine wechseln.
Wir sind mittlerweile mit dem Frühstück fertig und bereiten uns auf
das Rennen vor. Das heißt dann: Nummer auf das Trikot machen, den
Trolli packen mit frischen Sachen für nach dem Rennen und natürlich
die Rennkleidung anziehen und den Koffer abgeben. Dieser geht dann
mit dem Lkw zum nächsten Hotel und wird auf dein Zimmer gebracht,
so dass du dann nur noch ins Zimmer gehst und alles bereits da ist. |
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11:43 Uhr_________________________________________________
Während der Lkw mit zusätzlichem Material, wie Zeitfahrräder,
sich auf den Weg zum neuen Hotel macht, sind wir mit dem Bus zum Start
gefahren. Hier beginnen dann die unmittelbaren Vorbereitungen vor
dem Start. Unsere Betreuer machen die Rennverpflegung fertig und wer
einen Kaffee braucht, bekommt den auch, dank unserer schönen Kaffeemaschine.
Der ein oder andere Fahrer lässt sich vor dem Start noch einmal mit
Öl die Beine einreiben oder wie jetzt bei soviel Sonne mit Sonnencreme.
Nach und nach verlassen wir unser fahrendes Heim und machen uns zur
Einschreibkontrolle. Hier musst du täglich mit deiner Unterschrift
den Start bestätigen. Solltest du es vergessen, dann bekommst du eine
kleine Geldstrafe dafür. Um zwölf Uhr, mal eher, mal später, erfolgt
dann der Start. Der Bus und die zwei Betreuer machen sich auf den
Weg ins Ziel, um natürlich vor uns da zu sein. Dort bereiten sie schon
einiges vor, wie Handtücher bereit legen, Getränke machen, Eiweißgetränke
und Essen. |
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15:01 Uhr_________________________________________________
Unser mobiler Versorgungsstand, die drei Jungs die an der
Verpflegung stehen, haben nicht gerade den anstrengendsten Tag bis
dahin gehabt. Aber dafür haben sie nun eine Menge Verantwortung, wenn
das heranrasende Feld sich nähert und innerhalb kürzester Zeit die
Beutel mit Flaschen und Essen an uns verteilt werden, wohl bemerkt
bei voller Fahrt. Nicht selten passieren auch hier in der Verpflegungszone
Stürze. Sollten Beutel übrig bleiben, weil nicht jeder Fahrer die
Chance hatte einen zu erhaschen, werden diese ins Auto gegeben und
man könnte sie dann dort holen. Momentan ist aber das Trinken gerade
sehr wichtig, das Essen alleine ist nur halb so wichtig. Im Ziel warten
bereits zwei Betreuer und ein Arzt hinter dem Ziel auf uns, um im
Fall einer Podiumspräsentation den Fahrer vor Ort mit frischen Sachen
zu versorgen oder wenn jemand zu Dopingkontrolle muss, gleich der
Arzt dabei ist. |
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18:52 Uhr_________________________________________________
Mit
dem Transfer zum Hotel und einer Dusche liegt wieder eine Etappe
hinter den Fahrern. In der Zwischenzeit haben die Jungs, die für
das Hotel verantwortlich waren, nicht nur unsere Koffer auf die
Zimmer gebracht, sondern auch Massageliegen aufgebaut. Die Köche
haben etwas warmes Essen oder auch mal Obstsalat vorbereitet. Da
während der Tour 5 Physiotherapeuten dabei sind, hat jeder nur zwei
Fahrer zum massieren und einer sogar nur einen. Doch vor der Massage,
dazwischen und danach haben die "Kneter" aber noch mehr zu tun als
nur zu massieren. Autos waschen und die Wäsche vom Rennen ebenfalls
waschen, die Getränkeboxen leeren und die restlichen Flaschen reinigen.
Unsere zwei Köche bereiten das Abendessen vor und ein Betreuer deckt
den Tisch. Parmesan, Olivenöl, Gerolsteiner Wasser und Getränke
werden mit auf den Tisch gestellt. Die Mechaniker reinigen das Material
und schauen, ob alles am Rad in Ordnung ist oder ob etwas repariert
werden muss. Der Tag für unsere Betreuer endet in der Regel mit
dem Ausschalten der Waschmaschinen gegen 22:00 Uhr, bevor am nächsten
Tag die gleiche Prozedur von Neuem beginnt.
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