Tour de France 2008 - Zeitfahrspezial
 
Ein Zeitfahren liegt bereits hinter mir und der letzte Kampf gegen die Uhr noch einige Tage vor mir. Ich möchte daher die Zeit am ersten Ruhetag nutzen, um euch ein weiteres Highlight vorzustellen. Shimano hat an meiner Zeitfahrmaschine die neue Elektronikschaltung montiert.
In der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift „TOUR“ könnt ihr dann noch mehr darüber lesen. Um einen besseren Eindruck darüber zu bekommen, was man an einem solchen Tag alles tut, haben mich zwei Redakteure der „TOUR“ begleitet. Nun könnt ihr einmal genau lesen und erfahren, wie mein Tag rund um ein Zeitfahren aussieht.
Mit der 29,5km langen Strecke rund um „Cholet“ war ich nach meinem Abschneiden trotz eines 19.Platzes mit mir zufrieden. Dabei hat die neue elektrische Schaltung perfekt funktioniert. Der größte Vorteil liegt darin, dass man sowohl im Zeitfahrauflieger als auch an den Bremsgriffen schalten kann. Damit wird es nun endlich möglich, an Anstiegen im Wiegetritt weiter die Schaltung zu bedienen. Vorher musste man sich erst setzen, um den Gang zu wechseln und ist dann wieder aus dem Sattel gegangen. Zudem benötigt man kaum noch Kraft, um die Schaltung zu bedienen, und diese schaltet dann auf Knopfdruck schnell und präzise. Ich hoffe, die Bilder geben euch einen kleinen Einblick.

Da die ersten Etappen in der "Bretagne" sehr schnell und hektisch waren, habe ich mit meiner Aufgabe, Bernhard Kohl immer vorne im Feld zu halten, auch schon viel Kraft verloren. Dann fährt Stefan Schumacher in das gelbe Trikot und auf der darauf folgenden, längsten Etappe der Tour de France 2008, habe ich erneut viel arbeiten müssen. Als es dann auf der 6.Etappe die erste kleine Bergankunft gab, habe ich zum ersten Mal all die Strapazen gemerkt. Mit dem Grupetto ging es dann in Richtung Ziel, um nicht noch mehr Kraft zu vergeuden. Gut regeneriert ging es weiter in das Zentralmassiv und meine Beine waren auch wieder ganz gut. Da wir nun nicht mehr das gelbe Trikot verteidigen mussten, war es für alle von uns auch wieder etwas „leichter“, durch die anstehenden Etappen zu kommen. Mit der neunten Etappe ist mir der Sprung in eine Ausreißergruppe geglückt und ich hätte mir fast das Bergtrikot holen können. Aber nach einer solch langen Flucht war ich am letzten schweren Anstieg, dem „Col de Aspin“, einfach nur leer. Der 11.Platz am Ende der Etappe und die Siegerehrung zum „ kämpferischsten Fahrer“ haben mich dennoch entschädigt.
Heute steht noch eine schwere Etappe auf dem Rennplan, bevor der erste Ruhetag bevor steht.

Bis bald, euer Seppel.