Dauphiné Liberé
 

Da heute die Königsetappe vorbei ist und sich die diesjährige Austragung der schweren Dauphiné Liberé dem Ende naht, schreibe ich nun eine kurze Zusammenfassung.
Bereits bei der spanischen "Volta Catalunya" hat sich meine Formkurve weiter nach oben entwickelt. Das erste gute Ergebnis ist aber erst hier auf der 2.Etappe in diesem Jahr gelungen. Mit dem dritten Platz bin ich sehr zufrieden. Dabei wollte ich in diesem Moment für meinen Teamkollegen Peter Wrolich den Sprint vorbereiten, da ich auf den letzten Kilometern des Rennens nur noch ihn gesehen hatte. Als ich kurz vor der 1000 Meter Marke losfahren will, ruft mir "Pacco" (Peter Wrolich) zu: „Fahr, fahr!“. Also bin ich einfach drauf los gefahren. Leider kam dann George Hincapie an mein Hinterrad heran und ich hatte in diesem Moment nicht die Nerven, einfach aus der Führung zu gehen, denn in meinen Augen sah es so aus, als würde uns das sprintende Feld noch vor der Ziellinie einholen. Mit einem dritten Platz kann ich durchaus sehr zufrieden sein. Das hat mir gezeigt, dass die Form stimmt und dass das Training in Thüringen genauso gut war wie die vielen Trainingslager, die ich sonst die Jahre zuvor im Ausland gemacht hatte. Nach der "Volta Catalunya" habe ich viel Motortraining gemacht und mit dem Zeitfahrrad trainiert. Leider sollte all dieses Bemühen bei der "Dauphiné Liberé" nicht belohnt werden. So konnte ich im Prolog nicht auf den vorderen Plätzen landen und beim sehr schweren langen Kampf gegen die Uhr kam auch noch ein Defekt dazu. Dafür habe ich auf der heutigen Bergetappe den Sprung in eine Ausreißergruppe geschafft und wurde dann erst kurz vor dem Gipfel des "Col de la Croix de Fer" von den Spitzenfahrern eingeholt. Am Schlussanstieg bin ich dann mein Tempo gefahren und war nach 233km mit über 4000 Höhenmetern total erschöpft. Doch eines habe ich wirklich gemerkt, die Form wird immer stabiler und das lässt hoffen für die nächsten Wochen, denn nach der morgigen Etappe folgen dann die Deutsche Zeitfahrmeisterschaft und die Deutsche Meisterschaft im Einer-Straßenrennen



Bis bald, euer Seppel.