Tour of California - Heimreise
 
Nun sitzen wir im Flugzeug nach Atlanta, wo ein erster Zwischenstop sein wird, danach geht es weiter nach Frankfurt. Aufgrund eines schweren Sturzes auf der letzten Etappe, werde ich erst einmal nach Erfurt fahren, um eine ordentliche Nachuntersuchung machen zu lassen. Der Sturz ereignete sich gleich nach sechs gefahrenen Kilometern. Mitten im Feld hat ein Fahrer den Kontakt zu seinem Lenker verloren, als mehrere Schlaglöcher kamen. Daraufhin verlor er die Kontrolle über sein Fahrrad und löste somit einen Sturz aus. Mit gut 50 Stundenkilomtern, habe ich nur noch Zeit gehabt kurz zu bremsen und habe mich dann überschlagen, da ich den vor mir liegenden Fahrer mit Rad nicht mehr ausweichen konnte. So bin ich hart auf die linke Rückenpartie und die linke Beckenhälfte geprallt und habe mir einen richtig großen Bluterguss zugezogen. Es tut einfach nur weh, wenn ich mich darauf setze oder Druck auf die betroffene Stelle kommt.
Am meisten hat mich geärgert, dass es erneut mich erwischen musste, da ich doch nun genug durch habe in Sachen Stürze. Seit dem Sturz bei der Deutschland Tour, wo ich wirklich selbst schuld war, fahre ich so aufmerksam, wie es nur geht, aber hier konnte ich nichts machen. Es war wie eine kleine Wand vor mir, über die ich nicht einfach springen konnte.

Mein schönes Rad hat es dabei zerstört, aber das ist kein Wunder, der Helm hat zum Glück sehr viel abgefangen. Als ich ihn mir in Ruhe angeschaut habe, wurde mir wieder einmal mehr bewusst, wie wichtig es für uns ist, einen Helm zu tragen und das nicht nur bei Rennen. Der Helm geht an die Entwickler von "Specialized" zurück, um zu sehen, was man besser machen kann und ob es noch Schwachstellen gibt. Ich kann nur sagen, dank des Helmes habe ich mir wohl einiges erspart!

Um noch ein paar Worte über die erste "Tour of California" zu verlieren, beenden wir also das obrige Thema, und ich sage nochmals Danke an meinen Schutzengel.

Die gesamte Organisation, die Unterkünfte, der Streckenverlauf und das Wetter haben sehr überzeugt. Zum Beispiel waren die Etappenlängen für diese Jahreszeit genau richtig. Vorallem die Amerikaner haben wieder eindrucksvoll gezeigt, wie stark sie seinen können, wenn sie nur wollen. So wurde dann auch die Gesamtwertung mehr oder weniger unter den amerikanischen Fahrern ausgemacht. Unser Team ist von Anfang an offensiv und sehr aufmerksam gefahren. Nicht zuletzt haben wir so einen Etappensieg, das Bergtrikot und weitere gute Platzierungen errungen. Als nächstes steht für einige "Tirreno-Adriatico" auf dem Plan und für mich, falls ich keinen schlimmen Befund vom Arzt bekomme, "Paris-Nizza" vom (05.03. - 12.03.2006).

Bis bald, euer Seppel.