Am Sonntag, den 25.09.2005, bestritt ich meine 4. Weltmeisterschaft in Folge bei den Profis. Nach dem schweren Sturz bei der Deutschland Tour, hat sich die harte Arbeit und das lange Training doch noch rentiert. So konnte ich zumindest meine Zielstellung beim Einzelzeitfahren erreichen, welches lautete, unter die Top 10 zu kommen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie nervös ich am morgen des Zeitfahrens wirklich war. Seit langem habe ich wieder feuchte Hände gehabt und habe mir eine Menge Gedanken gemacht, die am Ende völlig unnötig waren. Für die Zukunft habe ich auch in dieser Sache wieder etwas dazu gelernt. Meine Ziele sind somit klar definiert und eines Tages möchte ich bei den Titelwettkämpfen auf dem Podium stehen. Daran werde ich weiter arbeiten, denn der erste Schritt ist nun gemacht.
Am Tag nach dem Zeitfahren habe ich am Morgen eine Stunde ganz ruhig trainiert, um mir die Beine wieder locker zu fahren. Dann habe ich mich auf den Weg nach Madrid gemacht. In 15 Minuten mit dem Bus und der U-Bahn war ich dann schnell im Zentrum.
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Es hat wirklich gut getan, nach 3 Wochen harter Arbeit und kaum Freizeit endlich wieder auszuspannen und die Welt mal nicht vom Rad zu sehen. Außerdem wollte ich nicht 7 Stunden im Hotel sitzen und die Wände anschauen. Nach einer kurzen Sightseeing-Tour hatte ich ein sehr freundliches Erlebnis in Madrid. Nach der U-Bahn Fahrt habe ich auf den Bus gewartet und wollte dann mit einem 10 Euro-Schein meine Fahrt bezahlen, doch der Busfahrer hat auf stur gestellt und wollte eine 1 Euro Münze von mir, die ich aber nicht mehr hatte. Dann sollte ich an einem Kiosk nebenan schnell das Geld wechseln gehen und wieder kommen. Jedoch war der spanische Besitzer des Kiosks nicht angetan, mir den Schein zu wechseln und Münzen zu geben. Aus Trotz habe ich dann ein billiges Eis am Stiel genommen und siehe da, er konnte mir die zehn Euro doch klein machen. Als Dankeschön habe ich ihm das Eis gegeben, denn es war ja ein warmer Tag... Leider war der Bus inzwischen weg und so wartete ich eben geduldig auf den nächsten. Gegen Nachmittag waren dann alle anderen angereist und man hatte sich doch wieder viel zu erzählen.
"Klopf Klopf Klopf" Samstag morgen - mein Gefühl sagte mir: zu früh zum Aufstehen - stand eine Blutkontrolle der UCI an. Nach dem Frühstück sind wir alle zusammen 80km trainieren gefahren. Dann gab es Einzelgespräche mit unseren sportlichen Leitern Mario Kummer und Christian Henn. Am Abend wurde dann mit allen Fahrern zusammen die Taktik für das Rennen besprochen. Sonntag wurde dann zeitig geweckt und gefrühstückt. Auf zum Start mit dem Bus, Einschreiben, Verpflegung nehmen und noch einmal für kleine Radfahrer gehen. Pünktlich um zehn Uhr ertönte der Startschuss, und wie es für eine WM üblich ist, wurde auch gleich zügig gefahren. Schnell waren einzelne Fahrer weg, die jedoch nicht gefährlich waren für die großen Nationen wie Belgien, Holland, Italien, Australien oder wir als Deutsche Nationalmannschaft. Ich bin das gesamte Rennen im ersten Drittel des Feldes gefahren, um bei gefährlichen Gruppen dabei zu sein oder um schnell reagieren zu können. Genau eine Runde vor Schluss, bei Rennkilometer 250, war ich dann so leer, dass ich mit Jens Voigt abreißen lassen musste. Andreas Klier wurde dann aus der ersten Gruppe Achter und hat unsere Fahnen hoch gehalten. Leider ist es nicht zu dem Sprint gekommen, den sich ja nicht nur wir gewünscht hätten, sondern auch die italienische Mannschaft um Alessandro Petacchi. Montag stand der Rückflug an und am Mittwoch geht es schon wieder weiter zum nächsten Rennen. Jetzt noch drei Wochen und eine lange Saison ist zu Ende.
Bis dahin, Euer Seppel
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